…oder anders gesagt: Warum erklärst du dein Verhalten mit Umständen und das Verhalten anderer mit ihrem Charakter? Willkommen bei der Akteur-Beobachter-Divergenz.
🧠 Der Denkfehler in einem Satz
- Wenn du handelst, liegt es an der Situation
- Wenn andere handeln, liegt es an ihrer Persönlichkeit
🔍 Ein simples Beispiel
Du kommst zu spät ins Meeting. 👉 „Stau. Stress. Unvorhersehbar.“
Ein Kollege kommt zu spät. 👉 „Unzuverlässig. Unorganisiert. Typisch.“
Gleiche Situation. Völlig unterschiedliche Bewertung.
🧩 Warum passiert das?
Weil du zwei Perspektiven hast:
1. Innenperspektive (Akteur) Du kennst deine Gründe, Zwänge, Gedanken.
2. Außenperspektive (Beobachter) Du siehst nur Verhalten. Keine Hintergründe.
Also füllt dein Gehirn die Lücken. Und das ziemlich kreativ.
🎯 Was das mit Marketing zu tun hat
Mehr als dir lieb ist.
1. Kunden sind nicht irrational. Du verstehst sie nur falsch.
Du denkst: 👉 „Warum kauft der nicht? Ist doch ein No-Brainer.“
Der Kunde denkt: 👉 „Unsicherheit. Risiko. Timing passt nicht.“
Du siehst Verhalten. Er erlebt Kontext.
2. Deine Kampagne floppt nicht wegen „der Zielgruppe“
Sondern weil du sie aus der falschen Perspektive gebaut hast.
Du argumentierst aus deiner Logik. Der Kunde entscheidet aus seiner Realität.
3. Sales Gespräche scheitern oft genau hier
Du interpretierst Einwände als Persönlichkeit: 👉 „Der ist schwierig.“
Dabei sind es oft nur Umstände: 👉 Budget, Timing, interne Politik
⚡ Die praktische Anwendung
Wenn du besser werden willst in Marketing, Sales oder Führung, dann stell dir IMMER diese Frage:
👉 Was sieht die andere Person, was ich gerade nicht sehe?
Oder noch härter:
👉 Welche Story erzähle ich mir gerade über die andere Person… die vielleicht komplett falsch ist?
🧠 Mini-Framework für den Alltag
Beim nächsten Konflikt:
Stop
Perspektive wechseln
Situation statt Persönlichkeit prüfen
👉 „Welche äußeren Faktoren könnten das Verhalten erklären?“
🧨 Die unbequeme Wahrheit
Die meisten Fehlentscheidungen im Marketing entstehen nicht durch fehlende Daten.
Sondern durch falsche Perspektiven.
🔥 Takeaway
Wenn du Verhalten verändern willst musst du zuerst Wahrnehmung verändern
Nicht deine 👉 die der anderen
Denn am Ende gilt:
- Marketing ist kein Kampf um Aufmerksamkeit
- Es ist ein Spiel mit Perspektiven
Zuerst erschienen im Newsletter Wolfgang Weekly @LinkedIn.