Kreativ ist selten perfekt – 10.07.2021

Wenn ich schreibe, dann schreibe ich einfach drauf los. Ich lese kurz was ich bisher geschrieben habe, die letzten Zeilen des vorherigen Kapitels zum Beispiel, dann lege ich los. Schreiben ist vor allem eine handwerkliche Kunst. Es hilft wenig, auf Erleuchtungen und Inspirationen zu warten. Wenn du ein Buch schreiben willst, ist die wichtigste Tätigkeit schlicht und ergreifend schreiben.

Manchmal schreibe zuerst eine Notiz, was im folgenden Kapitel passieren soll, so ungefähr. Wenn mir der Schreibfluss noch fehlt, hilft das dabei einfach mal loszulegen und zu schreiben. Während meiner Randnotizen fallen mir dann schon die ersten Sätze ein, die ersten Dialoge und ich kann anfangen den eigentlichen Text zu schreiben.

Dabei achte ich wenig bis gar nicht auf Rechtschreibung und Grammatik. Um es umgangssprachlich zu sagen: Ich rotz das erstmal so hin. Papyrus hilft dabei, dass Rechtschreibung und Grammatik einigermaßen gewahrt bleiben. Überarbeitet wird später, wenn der kreative Fluss nachlässt, wenn es zäh wird. Dann wechsle ich in den Korrekturmodus. Dafür brauche ich wenig mentale Energie und kann so noch ein bisschen weiter an meinem Werk arbeiten.


Diese Vorgehensweise funktioniert übrigens nicht nur beim Schreiben. Wenn ich zu Beginn meine Notizen schreib, dann folgt das der Idee, Hauptsache überhaupt anzufangen. Hinsetzen, schreiben, und wenn es nur ein paar Randnotizen sind. Das gleiche Prinzip könnte man auch zum Haus-Aufräumen verwenden. Nimm die ersten beiden Dinge, die im Weg sind und räum sie weg. Fang mit zwei Teilen an, dann noch eines… usw. Wenn du erstmal angefangen hast, ist es viel leichter weiter zu machen. Zwei Dinge weg zu räumen ist einfacher, als „jetzt mal den Dachspeicher anzupacken.“

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